Archiv der Kategorie: Sport & Gesellschaft

Big #respect, …

… , Dominic Thiem. Du hast uns zwei Wochen das gezeigt, was viele Tennisfans und auch Experten jeden Levels eben nur den ganz Großen zugestehen: Gut sein, wenn‘s drauf ankommt. Das hast Du btw. natürlich auch im Melbourne-Endspiel geliefert. In jener Phase, als der Mann mit den meisten AO-Titeln, dem größten Selbstvertrauen dort und dem weltbesten Return etwas hergegeben hat, hast du sofort zugepackt. Und am Ende war der Djoker halt wieder der Mann mit … siehe oben. Anyway, großartige Leistung als Auftakt eines mutmaßlich großartigen Jahres. Anbei eine wiederentdeckte Foto-Hommage aus 2016 … (Foto Jürgen Skarwan)

Start von „Am Sportplatz“

Sport ist viel mehr als Entertainment am Schirm oder im Stadion. Er macht uns und unsere Kids gesünder, fitter und leistungsbereiter. Dazu klüger, achtsamer und auch sozialer. Trotzdem fehlt es der so einenden Querschnittsmaterie Sport noch immer vielerorts an Respekt.

Mit diesem Podcast will der Journalist, Trainer und leidenschaftliche Hobbysportler Fritz Hutter mithelfen, das zu ändern. Als Gastgeber lädt er spannende Persönlichkeiten aus Spitzen- wie Breitensport auf seinen akustischen Sportplatz. Mit ihrer Leidenschaft und ihrem Know-how inspirieren sie dort charismatisch zu einem bewegten Leben.

Abrufen und abonnieren lässt sich „Am Sportplatz“ etwa auf Spotify (klick hier), auf Apple Podcasts (klick hier) , Google Podcasts (klick hier) und auf vielen anderen, gängigen Podcast-Plattformen.

Hier geht’s direkt zur Pilot-Folge mit Sportpsychologin Judith Draxler-Hutter:

 

König Fußball vs. Sankt Stephanus

Den Stefanitag begeht man in den Commonwealth-Staaten als Boxing Day. Ein Name, den der zweite Weihnachtsfeiertag trägt, weil an diesem einst die Bediensteten reicher englischer Familien ihre Geschenke (“boxes”) erhielten. Heute steht der Boxing Day vor allem für eines: Premier-League-Fußball! Mittlerweile schätzt man nicht nur die Abwechslung zur vielzelebrierten, familiären Völlerei aber längst nicht nur in Britanniens Stadien, sondern dazu vor den Bildschirmen der meisten Sports Bars und Pubs auf diesem Planeten.
Auch in Wien kann man jenen Tag, an dem heuer neun der zehn möglichen Premier-League-Partien steigen, stilecht begehen. Eine klassische Spielstätte für Fernsehsportler*innen ist das Hawidere im 15. Bezirk. Dort gibt’s z.B. zu Manchester United vs. Newcastle (Anpfiff: 18:30 Uhr) und zu Leicester vs. Liverpool (21 Uhr) feine Burger und gleich 15 offene Biersorten aus aller Welt. Reservierung empfohlen.
Eine weitere Top-Adresse, speziell für Fans des FC Liverpool, ist das Red Lion im Dritten. Dort checkt selbst Großbritanniens Botschafter Leigh Turner regelmäßig ein, wie er in seiner Grätzlcast-Folge (reinhören) verrät. By the way: Auch im Red Lion könnt’ es am 26. eng werden. Viel Platz, auch für große Runden, bietet Europas größte Sports Bar, die Admiral Arena Prater. Ein echtes Highlight dort ist der tatsächlich 42 m2 große Hauptscreen.
Photo by Mitch Rosen on Unsplash

Gimme Five, Kronprinz!

Mit dem Antreten im noblen Country Club von Monte Carlo beginnt Dominic Thiem seine heuer fünfteilige Sandplatzkampagne. Dem Gastspiel im Fürstentum folgen Trips nach Barcelona, wo Papa Wolfgang erstmals den Touringcoach geben wird, und danach – wohl wieder und auch unter den Augen von Nico Massu – Madrid, Rom (Foto unten) und, als Höhepunkt, Paris, wohin Österreichs Top-5-Mann immerhin als Vorjahresfinalist zurückkehrt. Gründe genug, um mir Thiems bisherige Karrierebilanz in dieser Handvoll Sandplatz-Metropolen genauer anzusehen.

Hier geht‘s zur Story

Österreich braucht den Spitzensport doch

In einem früheren Beitrag bin ich dem Spitzensport von der provokant-nüchternen Seite an die Funktionswäsche gegangen. Meine These: Österreich braucht keine sportlichen Höchstleistungen, um sich als Nation wohlzufühlen. Es passt das Allermeiste. Wir müssen keine landesweiten Notstände durch Fanchoräle wegjubeln oder uns mit Medaillenglanz als strahlender Global Player verkleiden. Uns geht es gut genug, ja besser, als den allermeisten am Planeten (Hier die zitierte Story). Warum der Welt also ausgerechnet sportlich im großen Stil einen Haxen ausreißen?

Zwei Motive, Bewegung in ihrer High-End-Spielart aber trotzdem auch hierzulande ein Sportplatzerl an der Sonne zuzuweisen, möchte ich aus dem so rot-weiß-roten Themenblock „Za wos brauch‘ ma des“ herausmeißeln.

Eins davon ist, dass Österreich unter anderem deshalb so gut dasteht, weil uns die Welt in ihrem Urlaub mittlerweile ganzjährig und immer lieber die Tür einrennt. Etwa 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts generiert die Tourismus- und Freizeitbranche, dabei werden deutlich über 20 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet (Quelle: Statistik Austria, Bezugsjahr 2017). Und keinen kleinen Anteil davon schöpfen wiederum sportliche Großveranstaltungen ins Topferl. Stark frequentierte Publikumsveranstaltungen von globaler Wirksamkeit wie Motorsportevents, Skirennen, Turnierklassiker in Tennis und Beachvolleyball oder immer wieder im Land ausgetragene Großveranstaltungen locken zusammen hunderttausende Fans an. Dazu hält der internationale Sportexpress hierzulande auch an traditionsreichen Mitmachstationen wie gleich mehreren, beliebten Marathons, Triathlons oder Jedermann-Radrennen. Da wie dort misst sich der Amateursport mit dem professionellen – und gemeinsam lässt man die Kassen im heimischen Fremdenverkehr genauso klingeln wie im Handel.

Mindestens gleich wichtig erscheint mir der Spitzensport zweitens als plakative Werbefläche für etwas, das in Österreichs nicht und nicht einen allseits akzeptierten Status erreicht – Sport und Bewegung als möglicherweise die Querschnittsmaterie schlechthin. S & B als hochwirksames Tool in Sachen Volksgesundheit und speziell der Kindergesundheit, als Instrument der Gleichstellung, der Integration, der Inklusion und der Disversität. Und, ebenfalls längst nachgewiesen, als Treibmittel für die Hirnentwicklung- und erhaltung (mehr Infos dazu finden Sie hier). Ein deutliches Plus an Relevanz würde Österreich hier unter anderem dabei helfen, im Oberstübchen zeitgemäß möbliert, lernfähiger und damit fitter für die Zukunft zu werden.

Das alles kapiert man aber nicht und überlässt den Sport gesellschaftspolitisch weitgehend sich selbst. Nachhaltig kluge Kooperationen zwischen Ministerien sind trotz der vielen Benefits nicht Usus sondern nachgerade exotische Ausnahmen. Verhandlungen, beispielsweise um Initiativen wie die „Tägliche Bewegungseinheit“ an unseren Schulen, ziehen sich länger hin als die Amtszeiten von gleich drei, wahrscheinlich vier Sportministern. Und breite, österreichweit ergriffene Maßnahmen zur Elternbildung gibt’s praktisch gar nicht. Die Folge: Aus übergewichtigen, bewegungsunerfahrenen und sport- wie teamgeistlosen Kids werden übergewichtige, bewegungsungsunerfahrene und sport- wie teamgeistlose Erzeuger einer weiteren Generation von Couch Potatos.

Als immer rarere Ausnahmen federn die Kinder durchs Land, deren Eltern es verstanden haben, sie mit dem Funken der Begeisterung fürs Schweißtreibende anzuheizen und ihrem Nachwuchs bis zu einem gewissen Grad selbst mit gutem Beispiel voran gehen. Und wenn das dann nimmer reicht, dann hat eben der österreichische Spitzensport einige wirklich zugkräftige Vorbilder im Talon – für Youngsters, die im Sport ehrgeizige Ziele verfolgen, genau wie für jene, die sich von Virtuosität und Coolness der Idole zu nix mehr als genussvoll-spielerischer Bewegung inspirieren lassen wollen.

Dafür braucht Österreich, und grad Österreich, auch den Spitzensport. Die Frage ist nur, wie lange dieser das ihm meinerseits hier Abverlangte noch halbwegs leisten kann, wenn ihm durch die Ignoranz und die Trägheit einer Gesellschaft und ihrer Systeme immer öfter der Nachwuchs wegbleibt. Denn der alte Spruch „eine hohe Spitze braucht eine breite Basis“ stimmt natürlich.

Was auch heißt, dass die Politik mehr, ja eigentlich etwas ganz anderes tun muss, als sich im Abglanz der immer seltener ergatterten Medaillen zu sonnen. Sie sollte alles mobilisieren, um Sport & Bewegung zum Teil der Identität einer Nation werden zu lassen. Zum Standardprogramm wie die Untersuchungen und Impfungen im Mutter-Kind-Pass, zum gleich selbstverständlichen und freudvoll ansetzbaren Erziehungswerkzeug für Eltern und zum allseits anerkannten Hauptfach für die Pädagogik.

Und ist das alles dann geschafft, dann klappt’s mit dem Edelmetall ganz von selber. Hysterisch verordnete Sofortmaßnahmen per Finanzgießkanne werden obsolet und Österreich mittelfristig, zu all dem anderweitig Erreichten, auch noch eine topfitte Sportnation …

 

 

 

 

 

motion4kids: Was in dem Kastl drinnen ist, ist wichtig

Für die großartig Initiative motion4kids, die unseren Kindern moderne Wege zu mehr Bewegung und deren so positiven Nebeneffekten ebnet, durfte ich ein Interview mit meiner klugen Frau Judith Draxler-Hutter führen. Griffig erklärt sie, was Sport und Bewegung den Kids noch so alles bringt außer Muckis. Gesucht sind bei motion4kids innovative Projekte für eine fitte Zukunft der Erwachsenen von morgen

Hier geht’s zum Interview

Österreich braucht keinen Spitzensport

Wozu auch. Wir müssen der Welt nicht ständig beweisen, dass wir die die Nummer 1 sind wie die USA, Russland, China und immer auch noch ein bisserl die Briten.

Es treibt uns im Sport kein historisch gewachsenes Nachbarschaftsduell an wie die Deutschen und die Franzosen.

Auch Brot und Spiele habe wir nicht nötig – ganz im Gegensatz zu weiten Teilen von Südeuropa oder Südamerika. Dort lenken Medaillen von wirtschaftlichen und sozialpolitischen Problemen ab.

Für uns sind sportliche Spitzenleistungen auch nicht der einzige Weg zu Wohlstand und Status, wie für ungebrochen viele Menschen in Ost- und Südosteuropa oder Afrika.

Und als kompaktes, netto zahlendes und zentral gelegenes Vollmitglied der EU muss Österreich sich und dem Test der Welt auch nicht ständig beweisen, dass man es selbst als alleinstehender Kleiner an die Spitze schaffen kann, so wie die Schweiz oder Norwegen das in unseren Breiten zelebrieren oder etwa Neuseeland in Ozeanien.

Dass es bei uns im Sport also in Wahrheit nie um irgendetwas Weltbewegendes geht, ist eigentlich ein gutes Zeichen für eine Nation, die auch ohne haufenweise eroberte Sommersportmedaillen oder Pokale bei den wichtigsten Ballsporturnieren als eines der reichsten Länder der Welt dasteht.

Für Großtaten im Sport tatsächlich das letzte Hemd und noch mehr zu geben, ist hierzulande deshalb nur etwas für ein paar Hände voll durchgeknallter Bewegungsextremisten. Oder vielleicht doch nicht? Antwort folgt.

#outing

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Ein Outing zur Silberhochzeit mit einer Berufung: Als damals noch sehr jungem Mann wäre mir vor 25 Jahren ganz fix das Selbstvertrauen ausgegangen, meinen heutigen Beruf zu ergreifen, wenn ich nicht selber ein paar Bällchen geworfen, gefangen oder geschlagen hätte. Wenn ich nicht zahllose Berge hinaufgestiegen und wieder hinunter gebrettert wäre. Und wenn ich nicht auf die Erfahrung hätte zurück greifen können, schon so manches Fahrzeug muskulär oder motorisiert ums Eck gebogen zu haben oder Millionen von Schritte getrabt oder gesprintet zu sein. Auch das Wissen, Menschen erfolgreich dabei assistieren zu können, ihr sportliches Hobby überhaupt zu beginnen oder noch freudvoller auszuüben, bestärkte mich Anfang 1993 für meine erste, ausführlichere Sportgeschichte ein Honorar zu verlangen. Das Thema: Österreichs Quertreibernachwuchs bei der Jänner-Rallye. Das Medium: Das Kundenmagazin einer bekannten Automarke. Die Gage: 600 Schilling für 9000 Zeichen. Im Oktober 1993 folgte dann der erste fixere Job als „echter“ Journalist. Der Rest ist Geschichte(n) …

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