Jus-Studentin Johanna, noch 19, nach unserer lockeren Trainingseinheit, welche neulich, unmittelbar nach einer souverĂ€n erledigten ZivilrechtsprĂŒfung, fĂŒr wohltuenden Stressabbau sorgte
âIch kann mir gar nicht vorstellen, dass man einfach so âvor sich dahin tunâ kann, ohne etwas wie den Sport im Leben zu haben! Er bringt einem bei, vereinbarte Ziele konsequent anzusteuern und es macht einen zufrieden, wenn man erkennt, dass das, was man sich vorgenommen hat, tatsĂ€chlich erreicht werden kann. Spielerisch lernt man frĂŒh, sich einer Sache wirklich zu widmen, Verantwortung zu ĂŒbernehmen und, wenn nötig, voranzugehen. Aber auch, sich einzugliedern und mit anderen an einem Strang zu ziehen. Es ist einfach schön und baut einen auf, wenn man etwas gut genug kann, um das alles zu bekommen!â
Alles gesagt, wie ich finde. #respect #sports #keeponmoving
Die Wiener ZahnÀrztin, Gesichts- & Kieferchirurgin und Humanmedizinerin DDr. Stefanie Weber gibt im Talk mit ihrem langjÀhrigen Patienten, dem Journalisten und Podcaster Fritz Hutter, erlösende Antworten auf all jene Fragen, die Patient:innen jeden Alters im Wartezimmer beschÀftigen. Dabei lÀsst sie hinter die Kulissen ihrer wunderbaren Ordination am Schottenring blicken und erklÀrt die dort praktizierten, hochmodernen und gleichzeitig so schonenden Behandlungsmethoden mit dem Anspruch, ihren Patient:innen Gesundheit, mehr Selbstbewusstsein und Wohlbefinden zu schenken.
Das wirklich persönliche Geschenk zur VermÀhlung
Podcast kann viel â auch die Erinnerung an ganz spezielle Tage festhalten. FĂŒr ihren Sohn und ihre nunmehrige Schwiegertochter wollte ein befreundetes Paar etwas Einzigartiges, etwas Bleibendes, das nicht nur ihre Zuneigung zum Brautpaar, sondern auch diese spezielle Verbindung im gemeinsamen Freundeskreis fĂŒhl- und hörbar machen sollte.
Bekommen haben sie â weil Braut und BrĂ€utigam und praktisch alle ihre Freundinnen und Freunde mit Leib und Seele am Handballsport hĂ€ngen â eine ganz eigene Spezialfolge meines erfolgreichen Podcastformats AM SPORTPLATZ mitten im „Konzert“ der heimischen SportgröĂen.
Die Ăbergabe gestalteten die BrĂ€utigameltern dann im Rahmen einer kleinen Party mit dem auf die Tischkarten gedruckten QR-Code direkt zum Podcast.
Ist gut angekommen, das PrĂ€sent und hat gezeigt, dass ein Podcast eben viel kann. Auch auf einzigartige Weise Freude spenden. Funktioniert natĂŒrlich auch zu anderen AnlĂ€ssen wie Geburtstagen, JubilĂ€en, AbschlĂŒssen, Medaillenfeiern, etcetcetc.
Bei Interesse an einem Geschenkspodcast also bitte sehr gerne melden, auf 35 Jahre Erfahrung im professionellen Storytelling zurĂŒckgreifen und etwas tatsĂ€chlich Persönliches schenken.
Hier geht’s zum fĂŒr Naomi & Sebi gestalteten Hörbeispiel :
Kann âdasâ was werden, lautet eine mir bereits seit einiger Zeit hĂ€ufig gestellte Frage, weil ich jetzt gar schon so lang beim Tennis herumhĂ€ngâ. Mit âdasâ ist der nunmehrige Challenger-Champ von Skopje, der 18-jĂ€hrige Joel SchwĂ€rzler, gemeint. Meine Antwort: Ich glaube ja. Weil der hoch aufgeschossene, aber trotzdem extrem koordinationsbegabte LinkshĂ€nder von Natur aus mit der FĂ€higkeit gesegnet ist, bei Service und GrundschlĂ€gen mörderischen Schwung allein schon aus der Physik von kontrollierter Lockerheit zu generieren – und das technisch immer noch solider. Dazu lĂ€sst sich das beneidenswerte Talent orten, sein Körpergewicht in den allermeisten Situationen – sogar im RĂŒckwĂ€rtsrennen – nach vor, durch den Treffpunkt, also âin den Schlagâ aufs Ziel transferieren zu können. Weiters meine ich die FĂ€higkeit zu erkennen, das vom ehemaligen Weltklassespieler JĂŒrgen Melzer und dessen ĂTV -Team mit viel Bedacht dargereichte Wissens- und ErfahrungsschatzmenĂŒ bereitwillig annehmen zu können. Wer SchwĂ€rzler und Melzer aufmerksam beim Training zuschaut (und -hört), sieht zwei sehr Ă€hnliche Spielertypen – Betonung auf Spieler -, und spĂŒrt, mit wieviel Nachdruck der Ăltere den Jungen samt seines bereits unglaublich gut bestĂŒckten Schlagarsenals in Richtung strategischer, athletischer und mentaler Struktur fĂŒhrt. Ein Prozess, den er einst auch selbst durchaus intensiv durchlief. Und Joel? Der weiĂ ganz offensichtlich, dass sein Tennis mehr als ein Spiel ist, nĂ€mlich die ganz groĂe Chance auf berufliche ErfĂŒllung auf allerhöchstem Niveau. Kann mir deshalb gut vorstellen, dass der junge Mann mit der ihm eigenen, grad zur SouverĂ€nitĂ€t reifenden Ruhe, alles daran setzen wird, seine Talente mit immer noch mehr straighter Arbeit rundherum zu veredeln und abzusichern, um bald auch in noch lichteren SphĂ€ren erfolgreich zu sein. Also nochamal: Ja, âdasâ wird was. DER wird was.
EDIT: Nach einer Niederlagenserie haben sich Spieler und Coach im vergangenen September getrennt und Joel versucht nun an der Hand seines spanischen Managers, des ehemaligen ATP-Profis Galo Blanco, im Herrentennis FuĂ zu fassen. Möge die Ăbung wunschgemÀà gelingen. Ich wĂŒrd’s ihm wirklich gönnen.
Manche haben gemeint, âso redât ma ned im Fernschaunâ, tatsĂ€chlich einige mehr âDanke! Mal was Anderesâ und wieder andere âGanz ehrlich, beim Tennisschauen reicht mir der Spielstandâ – bei allen bedanke ich mich herzlich fĂŒrs Feedback, welches teils sofort zur Umsetzung kam, teils als fixer Vorsatz hĂ€ngen bleibt und teils ehrlicherweise in den Powidl-Ordner abheftet wurde. Dass mir mein DebĂŒt als Kommentator des Davis Cup Livestreams auf ĂTV TV powered by SportPass Austria (3. & 4. Februar) ĂŒberraschend viel Freude bereitet hat, lag einerseits an den interessanten und erfolgreichen Partien des ĂTV -Teams und andererseits zu einem sehr groĂen Teil an Wiens erfolgreichstem Tennisspieler aller Zeiten, Alex Peya, âmeinemâ Experten. Danke, Maestro! Danke auĂerdem an Sportpass-Mastermind Rainer RöĂlhuber und ĂTV-GF Schweda Thomas, dass ihr mir â der Herr Peya ist ja naturgemÀà ein TV-Routinier â zugetraut habt, den rĂ€umlich knapp bemessenen Platz im Kommentatoren-Kammerl nicht nur rein physisch ausfĂŒllen zu können. Wieder eine spannende Erfahrung mehr in meinem zuletzt so dynamischen Arbeitsleben. Wer nach-schauen will, was wir als Soundtrack zu Ăsterreichs 4:0 ĂŒber Irland fabriziert haben, wird beispielsweise im Link unten fĂŒndig | Bernhard Hafenscher | Asport #weenablereachinsports #sports #content #passion #profession
Mit dem legendĂ€ren Biennale-Kurator, KĂŒnstler und einstigem Direktor des Lentos Kunstmuseum Linz, Peter Baum, verbindet mich die Leidenschaft fĂŒr alte Sport- bzw. Tennisfotografien und jene Geschichten, welche es dazu zu erzĂ€hlen gibt. Ausgelebt haben wir diese neulich mit einem einigermaĂen rasanten Verbaldoppel bei einer Vernissage in den RĂ€umlichkeiten der Altkalksburger Vereinigung in der Hofburg.
Dass unser Match dem Publikum dem Vernehmen nach gefallen hat, freut mich sehr â speziell, weil mein Vater einst selbst Zögling im frĂŒher wohl zurecht als höchst streng aber niveauvoll bekannten Kollegium Kalksburg war und ich ihm offenbar nur ĂŒberschaubare Schande gemacht habe. Danke jedenfalls fĂŒr die Einladung und die Chance zur Horizont- und Klientelerweiterung, Peter Halama et al #passion#sport#tennis#journalism#history#art
Seit nun einem Jahr darf ich die so vielfĂ€ltige Multisport-Plattform von SPORTPASS AUSTRIA redaktionell und strukturell unterstĂŒtzen. GroĂartig zu sehen, was dort â teils doch ein erfrischendes StĂŒckerl abseits des Mainstreams â weitergeht. Neue Deals in Sachen „Livestreaming“, neue Verbandskooperationen, neue Kamera- und Broadcasting-Technologien und immer neue Storyideen mit beeindruckenden Persönlichkeiten aus dem rot-weiĂ-roten Sport.
Next Stopps: die ĂTV-Bundesliga, die Sport Austria Finals 2023 und vieles mehr. Ist mir eine Freude bei dieser so spannenden Reise an Bord zu sein!!
Seit kurzem darf ich meine journalistische Erfahrung und mein Netzwerk als Consulting Editor bei einem der spannendsten Medienprojekte der letzten Jahre einbringen. SportPass Austria bietet jenen Sportarten eine multimediale Digital-Plattform, welche auĂerhalb der globalen Konzentration auf einige wenige Disziplinen mit teils milliardenschweren TV- und Sponsoring-Deals stehen. Zuletzt war man bei den fulminanten Sport Austria Finals 2022 in Graz im GroĂeinsatz.
Und wos is mei Leistung? Ich mach‘ mich fĂŒr SportPass auf die Suche nach coolen Stories und Menschen aus der Vielfalt des heimischen Sports, bringe Leut‘ zusammen und kreiere BeitrĂ€ge.
Schaut Euch das doch bitte an! Hier geht’s zur Plattform >
Im Auftrag von Landesskiverband OĂ-GeneralsekretĂ€r Markus Gattinger und PR & Media-Mastermind Christoph Malzer durfte ich einen Teil der legendĂ€ren SPORTMAGAZIN-Band (Lustig, die FB-Seite gibtâs immer noch) wieder zusammenbringen, und mit Hannes S. Kropik und Martin Obermayr eine journalistische Zeitreise durch 10 Dekaden spektakulĂ€re Sportgeschichte tun. Danke vielmals fĂŒr die groĂartige Zusammenarbeit! Und alles Gute zum 100er!
Als quicklebendiger Jimi Hendrix des Rennrollstuhlsports zieht Thomas Geierspichler als mĂ€chtige Lokomotive unsere Aufmerksamkeit auf die BedĂŒrfnisse von Menschen mit Handicaps und schiebt gleichzeitig deren Motivation an, aus Visionen ein gutes Leben zu formen. Im groĂen Interview spricht der Salzburger ĂŒber sein extremes Programm, Schummler im Paralympics-Feld, den Wunsch zu gehen oder auch ĂŒber die Einsamkeit als wirksamsten Trainingspartner.
Diese Story ist zuerst im Running- und Laufsportmagazin „Keep on RunInc“ erschienen und im RunInc-Store am Wiener Salzgries erhĂ€ltlich. Infos: www.runinc.at
Thomas, wie hat das post-paralympische Wintertraining eines der besten Rennrollstuhlfahrer aller Zeiten ausgeschaut? Mehr Keks und Krapfen oder doch wieder zahllose Trainingskilometer?
Ein paar Kekserl und Krapfen und das eine oder andere Regenerationsseidel gehen sich im Winter natĂŒrlich aus. Aber von einer ruhigen Zeit kann keine Rede sein, weil du im Winter ja die Basis fĂŒr die neue Saison legst. Nach den Paralympics habe ich praktisch keine Pause gemacht, sondern sofort und noch mit dem Renn-Feeling und in Topform meinen brandneuen Carbon-Rollstuhl von Invacare getestet, um im Winter das Materialthema aus dem Kopf zu haben und zu wissen, dass alles passt. Ja, und dann habe ich eigentlich gleich weitertrainiert, weil es mit grad so getaugt hat.
Hast du Winterreifen am Rolli oder fĂ€hrst Du in der kalten Jahreszeit ausschlieĂlich auf der Walze?
Nachdem es im Herbst mit Trainingslagern im Ausland doch wieder komplizierter war, habe ich trockenes Wetter daheim so intensiv wie möglich ausgenutzt, dazu viel Krafttraining gemacht. Und natĂŒrlich viele, viele Einheiten auf der Walze. Die steht bei mir daheim im Vorraum und ist ein mittlerweile ganz schön betagtes, aber immer noch irgendwie cooles Trumm aus massivem Eisen. 50 Kilo schwer und 80 Zentimeter breit, damit mein Rennrollstuhl mit 60 Zentimetern Spurbreite gut draufpasst.
Cooles Trumm hin oder her, klingt trotzdem so, als ob auch du deutlich lieber drauĂen unterwegs wĂ€rst.
Absolut! Grad in der letzten Zeit kommt in mir immer stĂ€rker etwas zurĂŒck, womit ich ja eigentlich angefangen habe, und was mir durch die Streichung der lĂ€ngeren Strecken bei Rennrollstuhlrennen ein bisserl vergangen ist: die Vision Marathon! Ich will wieder öfter zurĂŒck auf die StraĂe! Das Feeling ist einzigartig, schon allein diese ganz spezielle AtmosphĂ€re in der FrĂŒh, wenn alle dem Start entgegenfiebern. Deshalb bin ich wieder verstĂ€rkt auf der Suche nach Laufevents, wo ich etwa im Rahmen von IntegrationslĂ€ufen starten kann. DemnĂ€chst darf ich meinen âalten ÂŽDieselâ bei einem Halbmarathon in Norditalien durchputzen (lacht)! Und vielleicht ist heuer auch wieder im Rahmen des Salzburg-Marathons was möglich.
Wie schaut Dein Trainingsprogramm fĂŒr derartige Saisonhöhepunkte konkret aus?
Viermal in der Woche trainiere ich zweimal am Tag und zweimal pro Woche einmal. Die UmfĂ€nge sind oft brutal, der gröĂte Teil ist Grundlagenausdauer. Dabei versuche ich, mein Programm konstant, ja fast stoisch durchzuziehen und vertraue darauf, dass mit der Zeit die körperliche Anpassung stattfindet. Es geht ungebrochen darum, das Niveau immer weiter nach oben zu schrauben und mit verhĂ€ltnismĂ€Ăig weniger Puls immer noch mehr Leistung auf die Bahn bringen. Und deshalb ist mir die Laktatmessung so wichtig, weil es essenziell ist, zu wissen, wann ich meine Energiespeicher wie weit ausschöpfen darf. Wenn ich schon soviel Zeit ins Training investiere, dann soll es so effektiv wie möglich sein.
Und das Krafttraining?
Dabei gehtâs vor allem darum, den Impact beim Antauchen zu erhöhen. 90 bis 120 Mal pro Minute stoĂe ich meinen Rollstuhl an, und jeder StoĂ soll natĂŒrlich so effektiv wie möglich sein.
Wo am asphaltierten Teil Salzburgs rund um den heimatlichen Reschberger Hof in Anif schraubst Du bevorzugt an Deinem Niveau?
Mein Hauptrunde ist ca. 14 Kilometer lang und fĂŒhrt von Anif ĂŒber Niederalm und die Königseeache Richtung Rif, St. Leonhard, Grödig, Hellbrunn und wieder heim nach Anif. Die fahre ich bei lĂ€ngeren Trainings am Vormittag dreimal und am Nachmittag zweimal. Wichtig ist fĂŒr mich, dass es Runden sind, die mich nicht zu weit von zu Hause wegfĂŒhren. Habe ich nĂ€mlich einen Patschen, dann kann ich den nicht wirklich selber reparieren, sondern bin darauf angewiesen, dass mich jemand schnell abholen kann. Dazu kommen viele Intervalleinheiten im Olympiazentrum Rif, aber auch auf einem ruhigen Radweg entlang der Salzach. DrauĂen fahre ich möglichst alles auf Asphalt und auch ein StĂŒckerl auf der BundesstraĂe â tatsĂ€chlich ist das nicht ganz ungefĂ€hrlich, aber mittlerweile kennen mich die Leutâ sehr gut und in all den Jahren hat es maximal zwei, drei knappere Situationen gegeben.
Ăbrigens: Tom zĂ€hlt in seiner Behinderungsklasse auch zu Ăsterreichs besten Tennisspielern! Ob der Wechsel auf den Court zur Vision fĂŒr die Paralympics 2028 reift, wird sich zeigen. Bis dahin wird moderat trainiert. Etwa mit Autor Fritz Hutter.
Apropos: Vor Deinem Autounfall als Beifahrer am 4. April 1994 hast Du FuĂball gespielt, warst du da eher der Trickser und Zangler oder schon damals ein Kilometerfresser?
Eigentlich war ich der typische Verteidiger. Einer, der sich in seinen Gegenspieler verbissen und ihn, wenn nötig, umgehackt hat â auf diesem Wege möchte ich mich nachtrĂ€glich bei allen entschuldigen, die ich damals gelegt habe (lacht)! Irgendwann sind sie beim USK Anif aber dann draufgekommen, dass ich brutal gut und weit schieĂen konnte, und deshalb wurde ich ins Mittelfeld gestellt.
Nachdem klar war, dass Du querschnittgelĂ€hmt bist, hast Du drei Jahre nach Wegen zum Weitermachen gesucht und heftige Depressionen ĂŒbernahmen das Kommando. Zu Silvester 1997 kam plötzlich das Umdenken weg vom gewaltsamen Vergessenwollen â auch mit Alkohol und Drogenexperimenten. Wie haben sich deine Seele aber auch dein Körper danach angefĂŒhlt?
Nachdem ich damals in dieser Silvesternacht damit aufgehört habe, mich âabzutötenâ, weil ich schlicht nicht in diesem behinderten Körper leben wollte, und mir endlich wieder gestattet habe, mich selber spĂŒren, ist sofort eine unheimliche Energie in mir hochgestiegen und ich habe mich groĂartig gefĂŒhlt. Noch war aber die Vision nicht da, was ich mit dieser Energie anstellen soll, und so habe ich begonnen, viel zu trainieren â LiegestĂŒtze und so weiter â durchaus mit dem Hintergedanken, vielleicht doch wieder gehen zu können.
Wie ist es Dir gelungen, dich eben wieder zu spĂŒren?
Heute nenne ich auch in meinen VortrĂ€gen die drei nötigen Punkte dafĂŒr: reflektieren, analysieren, realisieren. Also stehenbleiben, umdrehen und schauen, wovor ich davongelaufen bin, feststellen, dass ich querschnittgelĂ€hmt bin und diesen Umstand fĂŒr mich selber realisieren. Letzteres statt des von vielen ja empfohlenen Akzeptierens, weil das ja auch âgutheiĂenâ bedeuten wĂŒrde. Aber ich muss nicht gutheiĂen, dass ich gelĂ€hmt bin! Ich mag es bis heute nicht und möchtâ noch immer lieber gehen können, aber ich kann es bis dato nicht Ă€ndern. Durch diesen Prozess des Realisierens ist es mir gelungen, den immer schwerer werdenden âRucksackâ abzulegen, mich aufzurichten und auf Basis einer neuen und authentischen Wahrhaftigkeit wieder offen fĂŒr neue Möglichkeiten zu sein. Es ist wie bei einem Navigationssystem: Du kannst Dich erst auf die Reise zu einem Ziel begeben, wenn der Satellit deinen Standort bestimmt hat. Erst, wenn du den kennst, kannst du die Route festlegen. Ansonsten fĂ€hrst völlig fĂŒr die WĂŒrscht im Kreis herum.
Eine der neuen Möglichkeiten war der Spitzensport.
Ich habe immer auf ein Zeichen gewartet. Und dann ist bei der Olympia-Abfahrt in Nagano der legendĂ€re Sturz vom Hermann Maier passiert. So wie es ihn damals dort reingesteckt hat, habâ ich geglaubt, der ist hin, aber drei Tage spĂ€ter ist er Olympiasieger im Super-G geworden. Und da hat es mir TrĂ€nen rausgedrĂŒckt und eine unheimliche GĂ€nsehaut aufgezogen, und plötzlich habe ich gedacht, ScheiĂe, ich will als Sportler zu Olympia und die Bundeshymne hören! Davor habe ich immer geglaubt, Gott kommt irgendwie aus dem brennenden Busch und sagt mir, das ist Dein neuer Weg und dafĂŒr musst du das und das tun. Aber nein, er gibt dir ganz tief ins Herz einen Wunsch hinein, und wenn du dann spĂŒrst, dass du genau das tust, was dir diesen Wunsch erfĂŒllt, dann sprudeln die Endorphine, und Geist und Körper gehen eine perfekte Symbiose ein. Wie wenn der Jimi Hendrix Gitarre spielt!
Oder wenn der Tommy Geierspichler Rennrollstuhl fÀhrt. Bald nach Nagano 1998 bist du eher zufÀllig in Kontakt mit deinem Sport gekommen. Bei aller Vision & Mission: Wie schwer oder leicht waren die ersten Kilometer?
Komischerweise ist es mir von Anfang an leicht gefallen. Ich wollte sofort meine Grenze kennenlernen und drĂŒber gehen, um die nĂ€chste Grenze zu finden und zu ĂŒberschreiten. Klar war es anstrengend, aber fĂŒr mich war es ein mentales Spiel, meine Limits durch meinen Glauben immer wieder neu auszuloten. Es war, als wenn jede einzelne Zelle meines Körpers auf diesen Ausbruch gewartet hĂ€tte. Damals wie heute erzeugen Visionen und innere Bilder bei mir Emotionen, die mich immer weiterbringen. Es ist wie in den Geschichten vom völlig ausgezehrten Kriegsgefangenen in Sibirien, der durch einen Blick auf ein vergilbtes Foto von Frau und Kind Kraft fĂŒr einen Gewaltmarsch heim bis nach Ăsterreich schöpfen konnte.
Welche Intention stand am Anfang: Rollstuhl-Jogging oder doch gleich die Goldmedaille?
Gute Frage! Ganz am Anfang bin ich eine 20-Minuten-Runde gefahren. Irgendwann ist mir bei einem Blick auf meine Uhr aufgefallen, dass ich bei dem einen Bankerl in St. Leonhard genau bei 17 Minuten vorbeigefahren bin, am zweiten Tag wollte ich das in 16 Minuten schaffen. Und so ist das dann spielerisch immer weiter gegangen.
Ăber die vielen gemeinsamen Jahre im österreichischen Sport ist aus einer reinen Arbeitsbeziehung eine ganz spezielle Freundschaft geworden. Thomas hat mir und auch meiner kleinen Familie so einiges bei- und nĂ€hergebracht. Danke, Champ!
Viele LĂ€uferinnen und LĂ€ufer suchen grad am Anfang Motivation in gemeinsamen LĂ€ufen in der Gruppe. DĂŒrft im Rollstuhlsport schwieriger sein. Ein Problem fĂŒr Dich?
Ich habe schon immer die meiste Zeit alleine trainiert und es macht mir bis heute gar nichts aus. Ganz im Gegenteil, ich will mich ja mit mir selber beschĂ€ftigen und mich körperlich spĂŒren. Ehrlich gesagt verstehe ich die Leute nicht, die zur Motivation fĂŒrs Training immer eine Gruppe brauchen. Da muss ich doch meine Motive und Ziele hinterfragen, wenn es mir alleine so schwer fĂ€llt! Aber klar macht es auch mir SpaĂ, mich ab und zu im Training mit anderen zu batteln und nachher auf ein Tratscherl zusammenzusitzen. Trotzdem, wenn du im Sport erfolgreich sein willst, dann musst du sehr, sehr gut mit dir selbst umgehen können.
Nicht alle, die Deine groĂen Erfolge mitbekommen haben, wissen auch, dass Du Tetraplegiker bist, also auch Deine Rumpfmuskulatur und Deine Arme und HĂ€nde beeintrĂ€chtig sind. Das ist wohl eine zusĂ€tzliche Herausforderung.
Absolut! Aber am stĂ€rksten wirkt sich aus, dass ich durch die LĂ€hmungen vom Hals abwĂ€rts ein deutlich geringeres Lungenvolumen als ein ânormalerâ Querschnittler habe, und dass auch mein vegetatives Nervensystem anders funktioniert. Ich bringe deshalb einen viel niedrigeren Maximalpuls zusammen, 140 ungefĂ€hr, was natĂŒrlich die Grundausdauer extrem beeinflusst. Und das wurde und wird bei den Klassenzusammenlegungen der letzten Jahre nicht berĂŒcksichtigt.
Das heiĂt, wenn du heute Medaillen gewinnen willst, musst du an Gegnern mit voll funktionstĂŒchtiger Bauch-, RĂŒcken- und Armmuskulatur und einem doppelt so groĂen Lungenvolumen vorbei?
Genau, 2004 wurde die Klasse der QuerschnittgelĂ€hmten um Leute erweitert, die an irgendwelchen Krankheiten leiden oder mit Amputationen leben. Manche meiner heutigen Gegner können sogar gehen. Ab und zu werden mittlerweile falsch eingestufte oder eben auch der eine oder andere âSchummlerâ wieder wegklassifiziert, zuletzt wurde etwa ein Japaner nach 17 Jahren endlich gestrichen. Eh gut, aber das Problem ist, dass die Bestzeiten und Resultate der âFake-Fahrerâ stehen bleiben, was sich wieder auf Ranglisten, QuotenplĂ€tze und letztlich Förderungen auswirkt.
2016 in Rio waren durch eine Viruserkrankung Deine âSeuchenspieleâ. Ein Finale verpasst, den Rest schwer enttĂ€uscht absagen mĂŒssen. 2021, in Tokio bist du dann ĂŒber die 1500 m Vierter geworden und hast das Resultat gefeiert wie eine Medaille. Was bitte war fĂŒr dich erfolgsverwöhnten Medaillenhamster so cool an Paralympics-Blech?
Ich kann dir nur sagen, dass mich damals irgendeine innere Stimme hat glĂŒcklich sein lassen, und ich kann Gott nur dankbar dafĂŒr sein, dass ich nicht verbittert war! Ich habâ das ĂŒberhaupt nicht hinterfragt, sondern nur gedacht, warum soll ich es nicht rauslassen, wenn ich zufrieden und dankbar bin. Letztlich geht es doch immer nur ums subjektive Empfinden.
Dass die drei vor dir eigentlich nicht in deine Behinderungsklasse gehört hÀtten, war dir in dem Fall egal?
Das habe ich in dem Moment beiseite geschoben. Jeder hat eindeutig gesehen, dass das keine Tetras sind. Ich bin Saisonbestleistung gefahren und habâ dabei neuerlich den einen Mexikaner geschlagen. Der ist ĂŒbrigens auch kein Tetraplegiker, sondern beinamputiert. Der Zielsprint gegen ihn war fĂŒr mich wie der Kampf um Gold, den ich unbedingt gewinnen wollte. Danach war ich voll aufgedreht und ich konnte nicht anders als mich aus ganzem Herzen freuen. Als Tetra ist an diesem Tag einfach nicht mehr gegangen!
Neben der Klassifizierung ist im Parasport lÀngst auch Doping ein Thema. ZusÀtzlich zum Medikamentenmissbrauch hört man immer wieder, dass eine praktisch nicht nachweisbare Methode angewandt wird, das sogenannte Boosting nÀmlich. Was hat es damit auf sich?
Es geht darum, kĂŒnstlich den Blutdruck zu steigern, um eine höhere Pulsfrequenz erreichen zu können. Ich habe gehört, dass das manche mit gezielt getimtem Urinieren schaffen. Wenn man pinkelt, steigt der systolische Wert (Anm.: Blutdruck bei der Herzkontraktion) und mehr sauerstoffreiches Blut gelangt ins System. Davon kann man allerdings einen wirklich gefĂ€hrlichen Nierenstau davontragen. Andere wiederum fĂŒgen sich an unempfindlichen Körperstellen kleine Verletzungen zu, was den Adrenalinspiegel hochjagt, somit die Energiereserven im Körper mobilisiert und die Leistungsbereitschaft erhöht. FĂŒr mich wĂ€re das ĂŒbrigens nix. Wenn ich mich verletzte, kommt es nĂ€mlich zu Spasmen und es âverziehtâ mich komplett. Ich muss im wahrsten Sinne des Wortes locker sein.
Gar nicht locker klingt Dein sportliches Spektrum. Du bist ja von 400 m bis zum Marathon Weltklasse. Nur zur Illustration, bei den Paralympics 2004 in Athen hast Du neben Deinem Sieg ĂŒber die 1500 m auch Medaillen ĂŒber 400, 800, 5000 m und eben beim Marathon gemacht. Selbst fĂŒr kenianische WunderlĂ€ufer undenkbar. Wie geht das?
ZunĂ€chst muss man sagen, dass Rollstuhlfahren schon etwas ganz anderes als Laufen ist, weil keine StöĂe auf Deinen Körper wirken. Aber natĂŒrlich macht es einen Unterschied, ob du nur 400 m fĂ€hrst oder auch die langen Strecken. Aber nachdem ich mit meinem langjĂ€hrigen Trainer Walter Gfrerer, der mich bis heute berĂ€t, von Anfang an immer viel Grundlagenausdauer gemacht habe, bin ich wohl der lebende Beweis, dass diese selbst ĂŒber kĂŒrzere Distanzen einen sehr positiven Effekt haben kann. Insgesamt geht es darum, dass du nicht die Strecke, sondern jene Zeit siehst, die du die Maximalbelastung aushĂ€ltst. Spannend war es aber jedenfalls, wie ich mich nach der Streichung des Marathons aus dem Paralympics-Programm auf die seit 2004 immer kĂŒrzeren und dann immer wieder gewechselten Distanzen âheruntertrainierenâ musste.
Da hĂ€ttâ man als Paralympics-Sieger und -Medaillengewinner und x-facher Welt- und Europameister auch den Hut draufhauen könnenâŠ
Eh, aber weil ich meinen Sport so liebe und unendlich dankbar dafĂŒr bin, habe ich mich entschlossen, die Herausforderungen immer wieder anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Ein bisserl hilft es aber schon, dass ich bereits groĂe Erfolg feiern durfte und auch meine Weltrekorde ĂŒber den Marathon und die 10.000 m ungebrochen stehen.
Wie lautet Deine Marathon-Bestzeit?
01:40:07 Stunden, aufgestellt bei meinem Paralympics-Sieg in Peking 2008 in einem mörderischen Rennen, in dem wir uns zu fĂŒnft vernichtet haben und ich meinen eigenen Weltrekord um mehr als drei Minuten verbessern konnte.
Auch wenn Rollen und Laufen also nicht wirklich vergleichbar sind, schaust du dir eigentlich auch Laufwettbewerbe an?
Sogar sehr gern! Ich kenn zwar kaum die Leutâ, aber ich schauâ mir alles an, auch Langlaufen und speziell natĂŒrlich die Marathons! Es ist fĂŒr mich so unvorstellbar, dass man ĂŒber zwei Stunden lang mit mehr als 20 Stundenkilometer unterwegs sein kann â da ziehtâs mir gleich die Ganslhaut auf!
Wie geht es Dir da beim Zuschauen seelisch?
Naja, wenn ich zum Beispiel bei einem Langlauf-Wettkampf zuschaue, dann denkâ ich mir eigentlich nur, wie unfassbar faszinierend und Ă€sthetisch diese Sportart ist. Das sehe ich dann ganz von Sportler zu Sportler. Aber klar beschĂ€ftigt mich meine QuerschnittslĂ€hmung immer wieder. Meisten sind es aber eher pragmatische als wehmĂŒtige Gedanken, die sich oft etwa darum drehen, wie ich wohin mit dem Rollstuhl komme.
Du hast einmal gesagt, alles dafĂŒr geben zu wollen, um wieder gehen zu können. Jetzt sammelt etwa der Wings for Life-Run am 8. Mai wieder Gelder fĂŒr Forschungsprojekte zur Heilung von QuerschnittlĂ€hmung. Wie schĂ€tzt Du die Entwicklung in diesem Bereich ein?
GrundsĂ€tzlich gebe ich mich gerne dafĂŒr her, wenn man weiter die Aufmerksamkeit und SensibilitĂ€t fĂŒr etwas verstĂ€rken kann, das rundherum positiv ist und vielen Menschen Hoffnung gibt. Was ich so höre, gibt es durchaus vielversprechende AnsĂ€tze und sollte es irgendwann etwas geben, erfahren wir es wohl relativ bald. Eins hingegen weiĂ ich schon jetzt sicher: Selbst, wenn ich nicht wieder werdâ gehen können, sterbe ich einmal als glĂŒcklicher Mensch!
Jetzt bist Du 45 und trainierst fĂŒr deine siebenten Paralympics, 2024 in Paris. Wirst Du mit 50 dann auch noch Rennrollstuhlfahrer sein oder nur mehr Buchautor (âMit RĂŒckgrat zurĂŒck ins Lebenâ), Vortragender in Sachen Motivation und Vermieter wirklich GĂ€steappartements in Anif?
Keine Ahnung! Ich habâ immer gesagt, ich höre auf meine innere Stimme. Und wenn die sich meldet und sagt, so, jetzt ist etwas anderes dran, dann gehe ich diesen Weg. Aber solang sich diese Stimme nicht meldet, dann gibt es keinen Grund aufzuhören. Das mache ich erst, wenn es etwas in meinem Leben geben sollte, das wichtiger und gröĂer ist. Aber eins noch zu Paris 2024. Erst einmal muss ich mich sowieso erst qualifizieren. Und das wird ja bekanntlich schwieriger und schwierigerâŠ
Alle Infos zu Thomas Geierspichler, sein spannendes Buch, seine stylischen Appartements & seine packenden VortrĂ€ge gibtâs auf www.geierspichler.com
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