Gesundes Zuckerl

Also doch. Die tägliche Turnstunde an den Pflichtschulen. Von der BSO www.bso.or.at nach den für den damaligen Sportminister so unerfolgreich (weil ohne Kuschelbilder mit Medaillengewinnern) beendeten Sommerspielen 2012 mit viel Wucht ins Jammertal geschleudert, darf diese alte Idee der Dachverbände und Gesundheitsförderer nun im Herbst 2014 offenbar tatsächlich an den Start siehe Der Standard. Nachdems der Bundeskanzler bei einer Vorwahlwanderung mit willigen Spitzensportlern vollmundig postulierte, wird man also jetzt möglicherweise in Bälde sehen, ob für die Umsetzung tatsächlich ausreichend Infrastruktur und Kooperationswillen mit dem organisierten Sport – ohne wird’s auch aufgrund rapide sinkender Lehrerzahlen eher nicht gehen – da ist. Möge die Übung im Sinne unserer Kinder gelingen.
Dass aus dieser Initiative unmittelbar Medaillen und Pokale gegossen werden können, glaubt hoffentlich eh niemand mehr. Was allerdings nach einem Blick ins Standard- Forum stutzig macht ist, dass selbst zahlreiche Bildungsbürger nichts etwa von der nachweislich positiven Wirkung von motorischem Training auf die allgemeine Hirnentwicklung von Kindern ahnen und sich nun in ergreifender Manier Sorgen darum machen, ob denn künftig eh auch noch die Herren Duden und Pythagoras zu ihren über Jahrhunderte ersessenen Rechten kämen. Hier kann ich nach eingehenden Selbststudien mit meiner grad siebenjährigen Tochter Entwarnung geben. Für sie und ihre Mitschüler war die tägliche Turnstunde dank einer höchst engagierten Lehrerin in der Ersten vergnügliche Pflicht und im kollektiv panierte man die anderen Pennälertruppen aus den traditionell statisch geführten Klassen 1b und-c nicht nur bei Völkerball und Co. sondern auch bei sämtlichen Lese-, Schreib- und Rechentests. Nicht nur für mich ist der Zusammenhang ähnlich ursächlich wie die Tatsache, dass unsere Tochter auch durch ihr nun schon lebenslanges und intensives Bewegungsprogramm jede Menge Selbstsicherheit und Konzentrationsfähigkeit gebunkert hat. Und vor allem eine Riesenportion Lebensfreude.
Es lebe also der Sport – von mir aus gern dann auch amtlich und täglich in der Schule. Vielleicht wurde das augenscheinlich Wahlzuckerl ja tatsächlich nach einer bekömmlichen Rezeptur gegossen. Und wenn nicht, ist es auch wurscht, denn eigentlich sollt das Bewusstsein der Kids eh in erster Linie von den Eltern geschärft werden …

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